Urlaub mit Hund: So klappt die Fütterung auch unterwegs -Tipps für BARF- und Kochrationen

Auch wenn Dein Hund zuhause gebarft oder mit frisch gekochtem gefüttert wird, musst Du im Urlaub keine Kompromisse bei seiner Ernährung eingehen. Mit etwas Vorbereitung kannst Du die gewohnte Ration mitnehmen, Zutaten vor Ort einkaufen oder vorübergehend auf ein geeignetes Fertigfutter umstellen.

 

Möglichkeit 1: Die gewohnte BARF- oder Kochration mitnehmen

Das gewohnte Futter bereits zuhause vorzubereiten und mit in den Urlaub zu nehmen, ist die einfachste Lösung für Deinen Hund. Sie funktioniert aber nur, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • ausreichend Kühlmöglichkeiten am Urlaubsort
  • Einhaltung einer lückenlosen Kühlkette während des Transports
  • genügend Platz im Reisegepäck

Besonders gut eignet sich diese Variante wenn Du mit dem Camper mit dauerhaften Kühlmöglichkeiten unterwegs bist oder in einer Unterkunft mit Kühlschrank und Gefrierschrank übernachtest und für den Transport eine mobile Kühlbox verwenden kannst. Ist die Kühlkette nicht gewährleistet, solltest Du lieber eine andere Variante wählen, da verdorbenes Fleisch ein erhebliches Gesundheitsrisiko für Deinen Hund und Dich darstellt. 

Möglichkeit 2: Am Urlaubsort einkaufen

Wenn Du die Rationen lieber frisch vor Ort zubereiten möchtest, solltest Du dich bereits vor Reisebeginn informieren, welche Einkaufsmöglichkeiten am Urlaubsort vorhanden sind. In größeren Städten gibt es inzwischen zahlreiche BARF-Shops oder Tierfachgeschäfte mit BARF-Fleisch. Und sogar in gut sortierten Supermärkten gibt es mittlerweile BARF-Produkte. 

Benötigst Du keine exotischen Fleischsorten oder kleinere Mengen, kannst Du Fleisch auch beim örtlichen Metzger oder im Supermarkt kaufen. Gemüse, Obst und weitere Zutaten lassen sich meist problemlos ergänzen. 

Wenn Du nicht jeden Tag einkaufen gehst, musst Du auch für diese Variante die Kühlmöglichkeiten vor Ort checken. Eine kurze Recherche vor Reiseantritt ist Pflicht und erspart Dir später unnötigen Stress. 

Möglichkeit 3: Vorübergehend auf Fertigfutter umstellen

Nicht immer ist BARF im Urlaub praktikabel. Gerade wenn keine Kühlmöglichkeiten vor Ort sichergestellt werden können, ist die vorübergehende Umstellung auf ein Fertigprodukt die deutlich einfachere Lösung. Geeignete Fertigfutter sind Nassfutter, Trockenfutter, Trocken-BARF oder Reinfleischdosen in Kombination mit Kohlenhydrat-, Gemüse- und Obstflocken. Alternativ kannst Du auch auf Babygläschen für den Obst- und Gemüsebedarf zurückgreifen. Diese sind aber vergleichsweise teuer.

Welches Fertigfutter eignet sich am besten? 

Nassfutter zeichnet sich durch seine hohe Akzeptanz bei Hunden aus. Denn das Futter hat eine ähnliche Konsistenz und einen vergleichbaren Eiweißgehalt wie Frischfutter. Bei großen Hunden oder längeren Aufenthalten muss entsprechend viel Platz im Reisegepäck eingeplant werden.

Trockenfutter enthält deutlich mehr Stärke und unterscheidet sich in der Zusammensetzung und Haptik stärker von der bisherigen Ernährung. Wird es von Deinem Hund gut vertragen, ist es für den Urlaub eine gute Wahl, da es sehr einfach in der Zubereitung und platzsparend ist.

Trocken-BARF wird vor der Fütterung mit Wasser übergossen und muss einige Minuten quellen. Da es mittlerweile sehr viel Auswahl gibt, kannst Du versuchen möglichst nahe an die gewohnte Rationszusammensetzung zu kommen. Bei guter Akzeptanz und Verträglichkeit kann es eine sehr gute Alternative sein.

Bei der Umstellung auf Reinfleischdosen in Kombination mit Flocken kannst Du guten Einfluss auf die Rationszusammensetzung nehmen und weißt im Vergleich zu Nassfutter was im Futter enthalten ist. Das ist gerade bei Allergikern und empfindlichen Hunden sehr wichtig. Diese Variante zeichnet sich außerdem durch eine ähnlich hohe Akzeptanz wie Nassfutter aus, kommt einer Kochration am nächsten, ist aber aufwändiger in der Zubereitung. 

Futterumstellung vor dem Urlaub richtig planen

Eine plötzliche Futterumstellung kann Verdauungsprobleme mit Durchfall, Bauchschmerzen und Übelkeit verursachen. Deshalb sollte mit einer Umstellung idealerweise eine Woche vor Reiseantritt begonnen werden. Bei empfindlichen Hunden kann man den Zeitraum auch etwas strecken. 

Nach dem Urlaub gelingt die Rückkehr zur gewohnten Fütterung meist unkomplizierter. Trotzdem profitiert auch hier die Verdauung Deines Hundes davon, wenn die Umstellung über einige Tage erfolgt. 

Die richtige Futtermenge im Urlaub 

Fertigfutter: Je nach Fütterungsart verändert sich auch die benötigte Futtermenge. Bei Fertigfutter wie Trocken-BARF, Nass- oder Trockenfutter orientierst Du dich grundsätzlich an den Herstellerangaben. Diese beziehen sich auf Hunde mit durchschnittlicher Aktivität. Ist Dein Hund besonders aktiv oder weniger aktiv, solltest Du die Futtermenge etwas nach oben bzw. nach unten anpassen. Als grobe Orientierung gilt, dass die Energiedichte von 250g Trockenfutter in etwa einer Frischration von 1000g am Tag entsprechen. 

Flocken: Die Umrechnung von Obst- und Gemüseflocken liegt bei 1:4 d.h. 10g Flocken entsprechen 100g frischem Gemüse oder Obst. Bei Kohlenhydratflocken rechnet man mit 1: 4 d.h. 25g Kartoffel- oder Reisflocken entsprechen 100-120g gekochten Kartoffeln bzw. Reis. 

Reinfleischdose: Die Fütterungsmenge bei Reinfleischdosen orientiert sich an der bisher gefütterten Fleischmenge. Bei den Produkten gibt es größere Schwankungen in der Qualität, Wasser- und Fettgehalt. Daher sollte immer der Fettgehalt geprüft und die Futtermenge entsprechend angepasst werden. 

Braucht Dein Hund im Urlaub zusätzliche Supplemente? 

In einem Alleinfuttermittel sind alle notwendigen Nährstoffe bereits enthalten und es müssen keine zusätzlichen Nahrungsergänzungen mehr zugeführt werden. Anders sieht es bei einer langfristigen Fütterung mit Reinfleischdosen und Flocken aus. Diese müsste mit geeigneten Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen ergänzt werden. Hast Du einen gesunden, ausgewachsenen Hund ist dies für die Urlaubsdauer nicht zwingend notwendig. Nach dem Urlaub muss dann aber wieder auf eine bedarfsdeckende, vollständig ergänzte Ration gewechselt werden. 

Mit der richtige Vorbereitung und Planung, einer langsame Futterumstellung und der richtigen Futtermenge steht einem entspannten Urlaub für Dich und Deinen Hund nichts mehr im Wege.

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