Juckreiz beim Hund- Welche Rolle spielt die Ernährung?

 

Dein Hund kratzt sich ständig, leckt oder knabbert an seinen Pfoten? Dann fragst Du dich wahrscheinlich woher der Juckreiz kommt und ob das Futter die Ursache sein kann.  

Tatsächlich gehört Juckreiz beim Hund zu den häufigste Beschwerden überhaupt. Viele Hundehalter vermuten zunächst eine Futtermittelallergie. Obwohl die Ernährung nur eine von vielen möglichen Ursachen sein kann, leistet eine individuell angepasste Fütterung einen wichtigen Beitrag zur Hautgesundheit . 

1. Dein Hund kratzt sich ständig- Was steckt dahinert?

Juckreiz ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom. Die Ursachen sind vielfältig und sollten immer systematisch abgeklärt werden. 

Zu den häufigste Auslösern gehören: 

  • Flöhe und andere Ektoparasiten (z.B. Milben)
  • Flohspeichelallergie
  • bakterielle Hautinfektionen
  • Hefepilze (z.B. Malassezien)
  • Hautpilzerkrankungen 
  • Umweltallergie (z.B. Hausstaub, Gräser)
  • Futtermittelallergie
  • hormonelle oder andere systemische Erkrankungen

Deshalb sollte anhaltender oder starker Juckreiz immer tierärztlich untersucht werden!

2. Warum eine genaue Diagnose so wichtig ist

Viele Hunde erhalten bereits verschiedene Futtersorten oder Nahrungsergänzungsmittel, bevor überhaupt feststeht, warum sie sich kratzen. 

Dabei lassen sich 70% der Diagnosen durch eine ausführliche Anamnese und eine sorgfältige Untersuchung der Haut stellen.

Unter anderem müssen die folgenden Fragen abgeklärt werden: 

  • Seit wann besteht der Juckreiz?
  • Welche Körperstellen sind betroffen?
  • Trat zuerst der Juckreiz oder die Hautveränderung auf?
  • Wird der Juckreiz saisonal (z.B. nur im Frühjahr oder Sommer) oder ganzjährig beobachtet?
  • Wird der Hund ganzjährig gegen Flöhe behandelt? 
  • Gibt es Magen-Darm-Beschwerden oder andere gesundheitliche Auffälligkeiten?

Erst wenn Parasiten, Infektionen oder andere Erkrankungen ausgeschlossen wurden, lässt sich beurteilen, ob die Ernährung der auslösende Faktor sein kann. 

3. Ist eine Futtermittelallergie die Ursache?

Eine Futtermittelallergie beim Hund ist deutlich seltener die Ursache von Juckreiz als viele vermuten. 

Typische Hinweise auf eine Futtermittel-allergie können sein: 

  • chronischer Juckreiz
  • wiederkehrende Ohrenentzündungen (häufig nur in einem Ohr)
  • Pfotenlecken
  • Hautentzündungen
  • zusätzlich sind Durchfall, Blähungen oder weicher Kot möglich

Die einzige zuverlässige Möglichkeit, eine Futtermittelallergie beim Hund festzustellen, ist eine konsequent durchgeführte Ausschlussdiät. Bei einer Ausschlussdiät erhält der Hund über mehrere Wochen ausschließlich ausgewählte Protein- und Kohlenhydratquellen, die er bisher noch nicht gefressen hat. Bereits kleine Ausnahmen wie Leckerlis, Kauartikel oder Reste vom Tisch können das Ergebnis verfälschen. 

4. Ernährung bei Juckreiz beim Hund- Mehr als nur Allergien 

Auch wenn keine Futtermittelallergie vorliegt, spielt die Ernährung eine entscheidende Rolle für die Haut- und Fellgesundheit Deines Hundes. 

Denn eine ausgewogene Fütterung unterstützt: 

  • eine stabile Hautbarriere
  • die Regeneration der Haut
  • ein gesundes Fell
  • entzündungshemmende Prozesse im Körper
  • das Immunsystem Deines Hundes

Daher lohnt es sich immer einen Blick auf die Versorgung mit hochwertigen Proteinen, essenziellen Omega-3-Fettsäuren, Zink und B-Vitamine zu werfen. 

5. Wann ist eine Ernährungsberatung sinnvoll? 

Eine professionelle Ernährungsberatung kann sinnvoll sein, wenn: 

  • eine Ausschlussdiät geplant oder begleitet werden soll
  • eine Futtermittelallergie bereits diagnostiziert wurde
  • Dein Hund trotz mehreren Futterwechseln weiterhin Hautprobleme hat und die oben genannten Ursachen ausgeschlossen sind 
  • Haut und Fell langfristig unterstützt werden sollen oder
  • Du unsicher bist, welches Futter für die Bedürfnisse Deines Hundes geeignet ist 

6. Juckreiz beim Hund ganzheitlich betrachten

Juckreiz beim Hund sollte niemals nur oberflächlich behandelt werden. Die Ursache kann von Parasiten über Allergien bis hin zu anderen Erkrankungen reichen. 

Nach einer tierärztlichen Abklärung kann die Ernährung ein wichtiger Baustein sein. Besonders dann wenn eine Futtermittelallergie diagnostiziert wurde, eine Ausschlussdiät durchgeführt werden soll, oder Du Unterstützung für die allgemeine Hautgesundheit suchst.

Eine individuell abgestimmte Fütterung hilft dabei, Haut und Fell langfristig zu unterstützen und so das Wohlbefinden Deines Hundes nachhaltig zu fördern. 

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