Häufige Fütterungsfehler

Ein zentraler Baustein für die Gesundheit und Lebensqualität deines Hundes ist die richtige Ernährung. Im Alltag schleichen sich jedoch, oft unbewusst, schnell Fehler ein. Was sind die häufigsten Fütterungsfehler und wie kannst du sie vermeiden? 

1. Das Futter hat die falsche Temperatur

Ein oft unterschätzter Punkt ist die Temperatur des Futters. Gerade bei ernährungssensiblen Hunden führt die falsche Temperatur zu Verdauungsproblemen, da der Magen-Darm-Trakt gereizt wird und es dadurch zu Sodbrennen, Erbrechen und Durchfall kommen kann. Als Grundregel gilt daher, dass Nassfutter immer zimmerwarm serviert werden sollte. Das bedeutet, dass Futter nicht direkt aus dem Kühlschrank, nicht noch gefroren, oder, wenn frisch gekocht, nicht zu warm oder gar heiß gefüttert wird. 

2. Ungeeignete Lebensmittel

Nicht alle Lebensmittel, die für den Menschen essbar sind, sind auch für Hunde geeignet. Zu den giftigen Lebensmitteln gehören Schokolade, Weintrauben, Rosinen, Zwiebeln, Lauchgewächse, Knoblauch, Avocado und rohe Kartoffeln. Ebenfalls ungeeignet sind gekochte Knochen, da sie splittern und zu lebensbedrohlichen Verletzungen führen können. Knochen dürfen daher immer nur roh verfüttert werden. 

3. Falsche Futtermenge

Entscheidend ist die richtige Futtermenge, denn sowohl zu viel als auch zu wenig können deinem Hund schaden. Wichtig ist, dass die Futterration in Bezug auf Nährstoffe und Energiegehalt ausgewogen gestaltet ist. Auch die Menge an Leckerli muss in die Tagesration einberechnet werden, wenn sie mehr als 5-10% ausmacht.  Mögliche langfristige Folgen von Überfütterung sind Übergewicht, Herz-Kreislauf-Probleme, Gelenkbeschwerden, Diabetes Mellitus und eine verkürzte Lebensdauer. Eine zu geringe Futtermenge wiederum bedeutet, dass der Hund zu wenig Energie aufnimmt und dadurch abnimmt und auch zu wenig Nährstoffe erhält, was auf Dauer zu einem ernährungsbedingtem Mangel führt. Bei selbst zusammengestellten Rationen müssen unter anderem Faktoren wie Alter, Aktivität, Gewicht und Hormonstatus berücksichtigt werden. Die richtige Futtermenge kannst du überprüfen, in dem du deinen Hund regelmäßig (wöchentlich bis monatlich) wiegst. So siehst du ob er zu oder abnimmt. Bei starken Abweichungen zwischen Fütterungsempfehlung und tatsächlich gefütterter Menge, empfiehlt sich eine Rationsüberprüfung. 

4. Zu häufige Futterwechsel

Viele Hundehalter setze eine abwechslungsreiche Ernährung einer ausgewogenen Ernährung gleich und möchten ihrem Hund möglich viel Abwechslung bieten- doch genau das kann problematisch sein. Häufige Wechsel zwischen verschiedenen Rezepturen und Zusammensetzungen kann den Verdauungstrakt überfordern, weil die Darmflora keine Zeit hat sich auf ein neues Milieu einzustellen. Als Folge leiden die Hund häufig an Blähungen, Durchfall oder Sodbrennen, was dann oft ein Anlass für einen weiteren Futterwechsel ist- schließlich verträgt der Hund das aktuelle Futter augenscheinlich nicht. Ein Kreislauf beginnt. Jedoch gilt vielmehr der Grundsatz weniger Wechsel ist mehr. Gönn deinem Hund eine stabile Grundration ohne viele Wechsel.

So klappt die Fütterung ohne Fehler: 

  • richtige Temperatur
  • gute Futterqualität & geeignete Lebensmittel
  • einwandfreie Hygiene in der Zubereitung
  • konstante Rationszusammensetzung
  • passende Futtermenge
  • ausreichend Flüssigkeit
  • ruhige Umgebung

5. Unzureichende Futterqualität

Bei Fertigfutter lohnt sich immer ein Blick auf die Zutatenliste. Als Daumenregel gilt, eine kurze Zutatenliste ist besser als eine lange. Die größte Transparenz ermöglicht die offene Deklaration, in der alle Zutaten angegeben werden. Versteckter Zucker oder Süßungsmittel sollten nicht enthalte sein. Sie werden jedoch häufig als Geschmacksverstärker oder zur Färbung eingesetzt. Aus ernährungsphysiologischer Sicht bieten sie jedoch keinen Nutzen. Immer häufiger werden zu Marketingzwecken auch Kräuter beigemischt. Dabei gilt jedoch zu beachten, dass Kräuter eine therapeutische Wirkung haben und nicht dauerhaft ohne Grund gefüttert werden sollten. Je nach verwendeten Zutaten und Herstellungsprozess müssen Nährstoffe und Vitamine zugesetzt werden. Das ist kein Qualitätsmakel, sondern notwendig, damit ein Futter als Alleinfuttermittel verkauft werden darf. 

Bei selbst erstellten Rationen, insbesondere bei der Rohfütterung, ist auf eine durchgehende Kühlkette, Qualität und Hygiene in der Verarbeitung zu achten. Aber auch eine falsche Zusammensetzung oder fehlende Nährstoffe bei Eigenrationen wirken sich negativ auf die Futterqualität aus. 

6. Falsche Flüssigkeitsmenge 

Unabhängig von der gewählten Fütterungsart ist Wasser ein lebenswichtiger Bestandteil. Daher sollte dein Hund jederzeit Zugang zu frischem Wasser haben. Bei der Fütterung von Trockenfutter ist der tägliche Wasserbedarf deutlich höher als bei Nassfutter oder Eigenrationen. Zu wenig Flüssigkeit kann unter anderem zu Verstopfung führen. Wenn dein Hund zu wenig trinkt, kannst du die folgenden Tricks ausprobieren:

  • mehrere Wassernäpfe an unterschiedlichen Standorten aufstellen
  • unterschiedliche Materialien wie Keramik, Plastik, Glas oder Metall ausprobieren
  • einen erhöhten Standort anbieten
  • Trinkwasser, Leitungswasser, stilles Mineralwasser oder Regenwasser zur Verfügung stellen
  • Trinkbrunnen aufstellen. Ähnlich wie Katzen, lassen sich manche Hunde durch das Plätschern zur Wasseraufnahme animieren

Gerade bei Hunden, die krankheitsbedingt einen erhöhten Wasserbedarf haben, aber schlecht trinken, kann es helfen das Wasser (je nach Verträglichkeit) zum Beispiel mit Sahne, Thunfischwasser, ungesalzener Fleischbrühe oder Hundesmoothie zu aromatisieren. Aber Achtung! Das angereicherte Wasser muss mehrfach am Tag ausgewechselt werden! 

7. Ungeeignetes Fütterungsumfeld

Nicht nur das Futter selbst sondern auch das Umfeld spielt eine große Rolle bei der Fütterung. Der ideale Futterplatz für deinen Hund ist an einem ruhigen Ort ohne Durchgangsverkehr und ohne spielende Kinder in unmittelbarer Nähe. Er sollte stehts sauber und leicht zu reinigen sein. Für einen Mehrhundehaushalt oder Haushalte mit Katzen gilt: jedes Tier muss ungestört aus seinem eigenen Napf fressen können. Um Stress oder Futterneid untereinander zu vermeiden kann es helfen, wenn die Tiere keinen direkten Sichtkontakt zueinander haben müssen- also voneinander abgewendet ihre Schüssel zugeteilt bekommen und nicht nebeneinander fressen müssen. 

Viele Fütterungsfehler passieren aus Unsicherheit oder gut gemeinter Fürsorge. Dabei gilt: Einfach, konstant und hochwertig ist besser als kompliziert und wechselhaft. Wenn du auf die richtige Temperatur, gute Qualität, Hygiene, passende Menge und eine ruhige Umgebung achtest, schaffst du beste Grundlagen für die gesunde und stressfreie Fütterung deines Hundes. 

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